Müll, Gift, Gestank und Parasiten. Facetten römischer Hygiene. Inkl. Apéro im Kulturama.

Es ist erst zwei Jahrzehnte her, dass die Archäologie damit begonnen hat, sich wirklich intensiv auch mit der römischen Siedlungshygiene, und das heisst: mit der antiken Abfall- und Fäkalienentsorgung zu beschäftigen. So wichtig diese Themen für das Verständnis des damaligen Mensch-Umwelt-Verhältnisses und für die Geschichte der Krankheiten und der Medizin sind, galten sie früheren Generationen in der Regel als zu unfein und als unwürdig akademischer Beschäftigung. Schon alleine das Umdenken ist natürlich ein Fortschritt; aber auch die bisherigen Arbeitsergebnisse auf dem neuen Forschungsfeld können sich sehen lassen.

Einen Überblick über das Erreichte und einen Ausblick auf die erhoffte weitere Entwicklung will unser Vortrag geben. Was die weitere Entwicklung betrifft, möchte er auch darauf aufmerksam machen, dass ja die Hygienegeschichte nicht alleine die Verhältnisse in den Siedlungen betrifft. Während sich der Forschungsstand auf diesem Gebiet so sehr verbessert hat, sind nach wie vor die Körper-, Kleidungs-, Nahrungs-und Sexualhygiene vernachlässigte „Dornröschenthemen“ der Altertumswissenschaft.

Was den Vortragenden auch sehr beschäftigt und worauf er am Schluss seines Vortrages eingehen möchte, ist die Frage, was universalhistorische Betrachtung und was der heutige Umweltschutz, wenn er sich denn für historische Erfahrungen interessierte, aus unseren Forschungsergebnissen lernen können. Vielleicht sollte man ja nie die Hoffnung aufgeben, dass sich die Gegenwart von der Vergangenheit belehren lässt.

Günter Thüry (Kottingbrunn, A).

20.05.2019 – 18:30 Uhr

Kulturama – Museum des Menschen, Englischviertelstr. 9, Zürich